Kontrastmittel im Konventionellen Röntgen

Röntgenpositive jodhaltige(wasserlösliche) Kontrastmittel


Bei diesen Kontrastmitteln muss zwischen solchen, die in Gefäße einspritzbar sind(injizierbare jodhaltige KM) und Kontrastmitteln, die für die Anwendung im Gefäßsystem nicht geeignet sind(nicht injizierbare jodhaltige KM) unterschieden werden:

Injizierbare jodhaltige Kontrastmittel 

Diese Kontrastmittel werden in der radiologischen Diagnostik vielfältig eingesetzt. Insbesondere kommen sie bei Gefäßdarstellungen(Angiographie und Phlebographie) und bei der CT(Computertomographie) zur Anwendung. Sie enthalten Jod in hohen Konzentrationen. Die "modernen" Kontrastmittel, sog. nichtionische KM, sind in der Regel sehr gut verträglich.

Vor einer Kontrastmitteluntersuchung werden eventuell bestehende Risikofaktoren mit einem Fragebogen abgefragt. Hierzu gehören: 

  • Bekannte Kontrastmittelüberempfindlichkeit

Sind in früheren Kontrastmitteluntersuchungen Symptome einer Überempfindlichkeit aufgetreten, muß unter Umständen eine Vorbehandlung erfolgen.

  • Schlechte Nierenfunktion(Niereninsuffizienz) 

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann die Kontrastmittelgabe zu einer weiteren Reduzierung der Nierenleistung führen. Alle Patienten sollten deswegen vor der Untersuchung ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen(ca. 2 Liter). Bei manchen Patienten ist die Gabe von Infusionen hilfreich. Sollten die Nieren bereits stark vorgeschädigt sein, muss die Untersuchung entweder ohne Kontrastmittel durchgeführt werde(reduzierte Aussagekraft), eine alternative Untersuchung(sofern möglich) durchgeführt werden oder eine einmalige Blutwäsche(Dialyse) im Anschluß an die Untersuchung erfolgen. Bei Dialysepatienten muss der Untersuchungstermin mit den Dialysezeiten abgestimmt werden. 

  • Schilddrüsenüberfunktion(Hyperthyreose)

Die Schilddrüsenhormone bestehen in wichtigen Teilen aus Jod. Bei Patienten mit bekannter Schilddrüsenüberfunktion und Patienten mit sogenannten autonomen Anteilen, welche z. B. beim Kropf vorkommen können, kann eine übermäßige Zufuhr von Jod zur übersteigerten Produktion von Hormonen führen. Sollten Sie entsprechende Symptome wie Herzrasen, Zittern, vermehrtes Schwitzen u.a. verspüren, melden Sie sich bitte umgehend bei Ihrem Hausarzt oder in einer Klinik. Dies kann auch noch nach mehreren Wochen bis Monaten nach der Untersuchung der Fall sein. Wichtig ist: „Dran denken!“

Besteht bei Ihnen der Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung, die noch weiter abgeklärt oder sogar mit radioaktivem Jod behandelt werden soll, verbietet sich jodhaltiges Kontrastmittel, da diese eine weitere Behandlung für mehrere Wochen unmöglich machen würde.   

  •  Plasmozytom / Immunozytom

Bei dieser Form des Blutkrebses kann es neben einer Nierenschädigung zu Störungen der Gerinnungsfähigkeit des Blutes kommen. Die modernen Kontrastmittel sind hier zwar deutlich sicherer geworden, bis zu einem eindeutigen Unschädlichkeitsbeweis sollte jedoch bei diesen Erkrankungen auf die Einspritzung eines jodhaltigen Kontrastmittels verzichtet werden.

  • Ausgeprägte Allergieneigung

Bei Patienten mit ausgeprägter Allergieneigung und/ oder Asthma bronchiale besteht ein erhöhtes Risiko, eine Kontrastmittelüberempfindlichkeit zu entwickeln.

  • Diabetes mellitus(bei Einnahme von Metformin)

Patienten mit Diabetes mellitus, die mit dem Medikament Metformin(z.B. Glucophage®) behandelt werden, haben unter Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels ein erhöhtes Risiko, eine ”Übersäuerung des Blutes“ zu erleiden(Lactatacidose). Sicherheitshalber sollten Patienten daher für einige Tage vor und nach einer Kontrastmitteluntersuchung Metformin absetzen.   

Nebenwirkungen:

Häufig verspüren Patienten während der Injektion ein zum Teil ausgeprägtes Wärmegefühl, seltener einen unangenehmen Geschmack. Diese Begleiterscheinungen verschwinden unmittelbar nach der Injektion und sind harmlos.

In seltenen Fällen reagieren Personen jedoch überempfindlich, ähnlich einer Allergie. Diese Reaktionen reichen von Übelkeit und Erbrechen über Juckreiz, Hautausschlag mit Quaddeln und leichten Atembeschwerden bis hin zu den sehr seltenen schweren Reaktionen mit Verkrampfung der Bronchien, Schwellung des Kehlkopfes und Schock. Sollten Sie oben genannte Symptome verspüren, melden Sie sich bitte sofort! 

Bei allen Untersuchungen werden Sie durch ein Fenster oder eine Kamera überwacht, gleichzeitig ist eine Kontaktaufnahme über eine Gegensprechanlage und/ oder eine Alarmklingel möglich.

Bei Auftreten einer Überempfindlichkeitsreaktion werden umgehend Medikamente über eine Armvene eingespritzt, die die Kontrastmittelreaktion unterbrechen. Bei schweren Symptomen kann darüber hinaus eventuell eine stationäre Nachbeobachtung erforderlich werden.

Nach einer Untersuchung mit Kontrastmittel ist es ratsam, viel zu trinken. Dadurch wird die Ausscheidung des Kontrastmittels beschleunigt. Ältere Patienten und solche mit Herz- und Kreislauferkrankungen oder Nierenfunktionseinschränkungen sollten dies aber nur zurückhaltend betreiben und gegebenenfalls den Arzt fragen.

Röntgenpositive bariumhaltige(nicht wasserlösliche) Kontrastmittel


Bariumhaltige Kontrastmittel sind Standardkontrastmittel für Untersuchungen des Magen-Darm-Traktes. Sie werden durch den Patienten geschluckt oder per Sonde/Darmrohr durch den Untersucher in den Darm eingebracht.
  •  Einschränkungen bei der Verwendung

Gelangt bariumhaltiges KM durch Verletzungen der Magen- / Darmwand in das Körperinnere, kann es hier zu ausgeprägten Entzündungsreaktionen kommen, die unter Umständen tödlich enden können. Deshalb darf bariumhaltiges Kontrastmittel nach frischen Operationen im Magen-Darm-Bereich oder bei Verdacht auf einen Darmeinriss nicht verwendet werden. Wegen seiner mitunter langen Verweildauer im Darm sollte es auch nicht vor Operationen des Magen-Darm-Traktes eingesetzt werden.

Bei Patienten, die sich häufig verschlucken, sollte Barium sicherheitshalber nicht zur Anwendung kommen. Aspiriertes(eingeatmetes) Barium kann eine Fremdkörperreaktion in der Lunge verursachen. Hier wird alternativ Gastrografin verabreicht, das keine Lungenschädigung bei Verschlucken verursacht. Allerdings ist hier die Aussagekraft der Untersuchung eingeschränkt, sodaß über alternative Untersuchungen nachgedacht werden sollte. Wir beraten Sie gerne.

Wo bleibt das Kontrastmittel?


Das Kontrastmittel in der Blutbahn wird innerhalb von 15-30 Minuten über die Nieren ausgeschieden. Problematisch kann es werden, wenn die Nierenfunktion gestört ist. Das einfachste Zeichen hierfür ist ein veränderter Laborwert, der sogenannte Kreatininwert. Er wird häufig vor der CT-Untersuchung erfragt.

Kontrastmittel, das der Patient getrunken hat oder das als Einlauf zur Anwendung kam, wird über den Darm ausgeschieden. Es kann zu kurzzeitigen Durchfällen kommen.